Tafeln und Grabplatten

In der Kirche und um die Kirche herum gibt es mehrere Tafeln und Grabplatten, die jede für sich eine Geschichte erzählt. Dank KI können diese Platten nun einfach übersetzt, gedeutet und korrigiert werden.

Diese Tafel in der Turmkappel soll an Pfr. Michael Aufkircher erinnern, der am 4. Juli 1685 verstarb.
Text (Latein):
NON MERUI VT MORERER SED QUIA VIXI DE A[nn]O M.D.C.LXXXV DIE IV LY [Iulii]
(Bild eines Kelches – Symbol für das Priestertum) EGO SCIL[ICET]: QVI OMEN ET NOMEN TVLI MICHAEL AVFKIRCHER INSIGNIS ECCL[ESI]AE PAROCHIALIS IN AVFKIRCHEN AD DIVAM VIRGINEM QVONDAM PAROCHVS ET AD DEI ARAM PRIMVS: POSTEA AD EANDEM VIRGINEM TEMPLI HVIVS IN RAMERSTORF BENEFICIATVS ET CVRATVS IN NIDER HACHING: NVNC AD OMNIVM PEDES IACEO IMVS, DE PROFVNDIS CLAMANS, FELIX VT RESVRGAM.

Übersetzung:
Ich habe es nicht verdient zu sterben, sondern weil ich gelebt habe bin ich gestorben im Jahr 1685 am 4. Tag des Juli.
Ich nämlich, der ich Vorzeichen und Namen zugleich trug: Michael Aufkircher. Ehemaliger Pfarrer der angesehenen Pfarrkirche in Aufkirchen zur Heiligen Jungfrau und Erster am Altar Gottes. Danach, der gleichen Jungfrau Maria dieses Gotteshauses geweiht in Ramerstorf, Benefiziat und Kurat (Seelsorger) in Niederhaching. Nun liege ich zu aller Füßen als Geringster, aus der Tiefe rufend, damit ich glücklich auferstehe.

Diese Gedenktafel befindet sich an der nördlichen Seitenwand der Kirche, vor dem Eingang. Sie ist für einen katholischen Geistlichen in der Wallfahrtskirche Maria Ramersdorf. Der Text ist in Latein verfasst, weist einige zeittypische Abkürzungen auf und ist durch die Verwitterung an manchen Stellen schwer lesbar.

Hier ist die Entzifferung und die Übersetzung:

Lateinischer Text:
HIC IACET
P. R. CLARISS. AC DOCTIS.
D. ALIPIUS STURZER
CANONICUS REG. O. S. P. AUG.
PROFESSUS IUB. ET SENIOR
VENERABILIS IN WEYER
PATER BENIGNUS IN OM.
QUI PIE OBIIT DIE XXV OCT.
ANNO MDCCCIV ÆT. SUÆ LXXIX
R. I. P.

Deutsche Übersetzung & Erläuterung:

Hier liegt
der hochwürdige, hochberühmte und gelehrte
Herr Alipius Sturzer,
regulierter Chorherr des Ordens des heiligen Vaters Augustinus (Augustiner-Chorherr),
jubilierter Profess und Senior,
ehrwürdig in Weyarn,
ein gütiger Vater in allem,
welcher fromm starb am Tag des 25. Oktober
im Jahre 1804, im Alter von 79 Jahren.
Ruhe in Frieden.

Details zur Person und zum Text

  • Alipius Sturzer: Er war ein Augustiner-Chorherr aus dem Kloster Weyarn (daher der Bezug „Weyer“). Nach der Säkularisation 1803 wurden viele Mönche aus ihren Klöstern vertrieben oder umgesiedelt; viele verbrachten ihren Lebensabend in Pfarreien wie Ramersdorf. Er wird auch als Alipus Stürzer geführt.
  • Canonikus Reg. O.S.P. Aug.: Dies steht für Canonicus Regularis Ordinis Sancti Patris Augustini.
  • Iub. et Senior: Das „Jubiläum“ bezieht sich meist auf 50 Jahre Profess (Ordensgelübde). Als „Senior“ war er eines der ältesten und respektiertesten Mitglieder seiner Gemeinschaft.
  • Symbolik: Oben auf der Tafel ist ein Kelch mit Hostie zu sehen, das klassische Symbol für einen Priester.

Weitere Informationen zu Alipus Stürzer: https://oberdeutsche-personendatenbank.digitale-sammlungen.de/Datenbank/St%C3%BCrzer,_Franz_Alipius


Diese Gedenktafel befindet sich ebenfalls an der nördlichen Seitenwand der Kirche, vor dem Eingang. Sie ist für einen katholischen Geistlichen. Die Inschrift ist in einer kunstvollen Schreibschrift (einer Variante der Fraktur) verfasst. Hier ist die Transkription des Textes:

(Symbol: Kelch mit Hostie)
Zur frommen Erinnerung
im Gebete an den
hochwürdigen wohlgebornen Herrn
Joseph Sandner
30 Jahre Frühmessbenefiziat dahier
zuletzt Commorant in Haidhausen.
Geboren in Regensburg am 10. Novbr. 1805
gestorben in Haidhausen am 1. Novbr. 1871.
R. I. P.

Erläuterungen zu den Begriffen:

  • Hochwürdig: Eine traditionelle Anrede für Geistliche (Priester).
  • Wohlgeborn: Eine heute veraltete Höflichkeitsanrede für Personen des gehobenen Standes oder Honoratioren.
  • Frühmessbenefiziat: Ein Benefiziat war ein Geistlicher, der aus einer Stiftung (einem Benefizium) finanziert wurde. Seine Hauptaufgabe bestand oft darin, die „Frühmesse“ (eine frühe heilige Messe) zu lesen.
  • dahier: Ein altes Wort für „hier“ oder „an diesem Ort“ (bezogen auf Ramersdorf).
  • Commorant: Dies bezeichnet einen im Ruhestand befindlichen oder ohne festes Amt an einem Ort lebenden Priester. Er wohnte zuletzt also in Haidhausen (einem heutigen Stadtteil von München), war aber zuvor 30 Jahre lang in Ramersdorf tätig.

R. I. P.: Lateinisch für „Requiescat in pace“ – Ruhe in Frieden.

Zusammenfassung:

Die Tafel erinnert an Joseph Sandner (1805–1871), der drei Jahrzehnte lang als Priester in der Gemeinde Maria Ramersdorf tätig war und kurz vor seinem 66. Geburtstag in Haidhausen verstarb.


Diese Gedenktafel befindet sich ebenfalls an der nördlichen Seitenwand der Kirche, vor dem Eingang.

Diese Gedenktafel befindet sich ebenfalls an der nördlichen Seitenwand der Kirche, vor dem Eingang. Sie ist für einen Geistlichen in der Kirche Maria Ramersdorf. Der Text ist in einer Frakturschrift verfasst, die teilweise etwas verblasst ist.

Hier ist die Transkription und die Übertragung in modernes Deutsch:

Transkription (Originaltext):

Gedenktafel
für den Hochwürdigen Herrn
Sigmund Keiner,
freiresignirten Pfarrer von Schlehdorf, durch 15 Jahre
hl. Kreuzbenefiziat in Ramersdorf, welcher am 22ten
Dezember 1858, im 66ten Lebensjahre dahin im Herrn
selig verschieden ist, in der Familien-Grabstätte zu
München begraben wurde, und zu dessen Erinnerung
gegenwärtige Tafel hier eingefügt ist.
Ruhe seiner Asche!

Erläuterungen zum Inhalt

  • Sigmund Keiner: Der Name des Verstorbenen.
  • Freiresignirter Pfarrer: Das bedeutet, dass er sein Amt als Pfarrer (in diesem Fall in Schlehdorf) freiwillig niedergelegt hatte (resigniert), sich also im Ruhestand befand.
  • hl. Kreuzbenefiziat: Ein Benefiziat war ein Geistlicher, der aus den Einkünften einer kirchlichen Stiftung (dem Benefizium) unterhalten wurde. Er war in Ramersdorf speziell für die Kapelle oder den Altar zum Heiligen Kreuz zuständig.
  • Dahin im Herrn selig verschieden: Eine damals übliche, fromme Ausdrucksweise für „verstorben“.
  • Ruhe seiner Asche: Eine klassische Abschiedsformel.

Die Tafel erinnert also an einen Priester, der 15 Jahre lang in Ramersdorf tätig war, bevor er 1858 verstarb und in München beigesetzt wurde. Das Symbol oben auf der Tafel (Kelch und Hostie) kennzeichnet ihn zusätzlich als katholischen Priester.


Die Inschrift auf diesem alten, gusseisernen Grabkreuz ist durch die Witterung bereits sehr stark verblasst, aber die Struktur und einige Schlüsselwörter lassen sich noch gut erkennen.

Hier ist das, was sich entziffern lässt:

Hier ruht Johann H…mann [Der Nachname ist stark abgerieben. Er beginnt sehr wahrscheinlich mit einem „H“ und endet auf „-mann“. Am wahrscheinlichsten ist Hofmann, da man einen schwachen Strich nach unten erahnen kann, der zu einem „f“ in der Frakturschrift passen würde. Alternativen wären Hartmann oder Herrmann.]

[Die dritte Zeile ist fast vollständig verschwunden. An dieser Stelle stand auf solchen Kreuzen traditionell der Beruf (z. B. Bauer, Austrägler, Schmied) oder der Herkunftsort (z. B. „von…“).]

geb. 2[5]. [Jan?] 1821 [Das Wort „geb.“ und das Geburtsjahr 1821 sind noch sehr klar erkennbar. Der Tag könnte eine 25 sein, der Monat ist schwer zu deuten.]

gest. 1[?]. [Nov?] 1904 [Das Wort „gest.“ und das Sterbejahr 1904 sind ebenfalls noch gut zu lesen. Tag und Monat sind leider zu stark korrodiert für eine exakte Bestimmung.]


Hier ist die Inschrift auf der Gedenktafel:

Ruhestätte des hochwürdigen Herrn Franz Xaver Samweber, freiresig. Pfarrers und Benefiziaten, geboren den 2. November 1820, gestorben den 27. Oktober 1895.

R. I. P.

„Wachet und betet, denn schrecklich sind die Strafgerichte des Sünders in der Ewigkeit.“

Hinweis: Die Abkürzung „freiresig.“ steht für „freiresignierten“, was bedeutet, dass er sein Amt als Pfarrer freiwillig niedergelegt hatte (im Ruhestand war).


Der Text ist in einer Frakturschrift verfasst (mit Ausnahme des Wortes „BENEFICIAT“, welches in lateinischen Versalien steht) und verwendet das für die Zeit typische Frühneuhochdeutsch.

Originale Transkription:

Alhie Ligt Begraben
der Woll Erwirdige
In Gott Geistlicher
Her Martinuß Ruep
Gewester BENEFICIAT den
6. May im Jar Anno 1660.

Übertragung ins moderne Deutsch & Bedeutung:

Um den Text besser zu verstehen, hier die leicht angepasste Übersetzung ins heutige Deutsch mitsamt einigen Erklärungen zu den historischen Begriffen:

  • „Allhier liegt begraben“ (Hier liegt begraben)
  • „der wohlehrwürdige“ (ein traditioneller Ehrentitel für Geistliche)
  • „in Gott geistliche“
  • „Herr Martinus Ruep“ (Der Name des Verstorbenen; das „ß“ am Ende von Martinus war damals eine übliche Schreibweise)
  • „gewesener Benefiziat, den“ („Gewester“ bedeutet „ehemaliger“. Ein Benefiziat war ein katholischer Geistlicher, der Inhaber einer Pfründe/Stiftung war und dafür bestimmte seelsorgerische Aufgaben, wie etwa das Lesen von Messen, übernahm.)
  • „6. Mai im Jahr Anno 1660.“ (Todesdatum: 6. Mai 1660)

Zusätzlicher Kontext: Der in den Stein gemeißelte Kelch mit der Hostie (das runde Brot mit dem Kreuz darauf) in der unteren Nische ist ein klassisches christliches Symbol. Es bestätigt den Status des Verstorbenen als katholischer Priester, der die Berechtigung zur Feier der Eucharistie hatte.


Es handelt sich hierbei um ein Epitaph (eine Grabinschrift) aus dem 17. Jahrhundert. Die Schrift ist in einer älteren Form der deutschen Fraktur gehalten.

Hier ist die zeilengetreue Entzifferung (mit den originalen Schreibweisen und Trennungen):

Original-Transkription:

Allda ligt begrab=
en die Ehrntugentreich
Junckhfrau Barbara Rü=
eppin So den 20 Octoberis
A[nn]o . 1655 in Gott Seelig :
clich verschieden ist Gott ge=
nadt deren vnnd allen
Christglaubigen Seel=
en . Amen :

Um es etwas leichter verständlich zu machen, hier die Übertragung in modernes Deutsch:

„All da [Hier] liegt begraben
die ehren- [und] tugendreiche
Jungfrau Barbara Rüepp,
so [welche] den 20. Oktober
Anno 1655 in Gott seliglich
verschieden [verstorben] ist. Gott gna-
de deren und allen
christgläubigen Seel-
en. Amen.“

Ein paar historische Details zum Text:

  • Junckhfrau (Jungfrau): Dies bedeutete damals nicht zwingend, was es heute bedeutet, sondern war einfach die offizielle Bezeichnung für eine unverheiratete Frau.
  • Rüeppin: Das Anhängen der Endung „-in“ an den Nachnamen war früher bei Frauen sehr üblich. Ihr tatsächlicher Familienname lautete sehr wahrscheinlich Rüepp (oder Rüpp).
  • Memento Mori: Das kleine Totenkopf-Motiv unter dem Text war in dieser Zeit (Barock/nach dem Dreißigjährigen Krieg) ein sehr typisches Symbol, um an die eigene Sterblichkeit zu erinnern.